LOMO?

Die LOMO LC-A, zu erkennen an den beiden Einstellungshebeln links und rechts des Objektivs, ist ein russischer Klassiker. Eigentlich eine Sucher­kamera, allerdings ist es unter Lomografen verpönt da durchzusehen. Geschossen wird aus der Hüfte, möglichst unauffällig. Fotografiert wird auf 35mm Film. Der typische LOMO-Look der Fotos macht den Unter­schied: schattige Vignetten in den Ecken zusammen mit umwerfenden knackigen Farben. Noch heute hat jede Kamera-App, die etwas auf sich hält, einen LOMO-Filter.

Auch mit dem sogenannten LOMO-Actionsampler habe ich ein paar Filme geknipst. Ein grässliches Stück Plastik mit 4-Linsen, die angeblich innerhalb einer Sekunden reihum auslösten. Man sollte „lustige Zeitraffer“ Bilder damit machen, aber das ist wohl nur unter Laborbedingungen gelungen. Meine zwei oder drei Modelle haben nie lange gehalten und mindestens ein Bildviertel war stets misslungen.

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Quelle: Wikimedia Commons, Autor Szczebrzeszynski, public domain

Die LOMO LC-A mit ihrem Metallkörper war nicht so leicht tot zu kriegen. Ich habe sie geliebt. In den „Nullerjahren“, also Anfang des 21. Jahrhunderts, bin ich oft – wenn nicht sogar immer – mit meiner kleinen LOMO unterwegs gewesen. New York City, Paris, Agadir, Mailand, New Orleans, Barcelona, Berlin und viele weitere Orte auf der Welt habe ich ihr gezeigt.

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Eine typische LOMO-Aufnahme: Schatten in den Ecken und man weiß nie so genau, ob auch alles drauf ist. Fehlende Köpfe, angeschnittene Füße oder wie hier abgeschnittene Wörter gehören auch zur LOMO.

Inzwischen ist fotografieren auf Film­material leider sehr teuer geworden, aber wer weiß, vielleicht hole ich mein kleines Schätzchen mal wieder vor.